Asta Rickmers

Tonnagesteuer

Die EU hat zur Angleichung des europäischen Schiffahrtsrechts die sogenannte Tonnagesteuer eingeführt. Nachdem andere EU-Staaten die Tonnagesteuer anwenden, hat die Bundesrepublik zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Reedereien mit dem Seeschifffahrtsanpassungsgesetz durch den § 5 a ESTG die Tonnagesteuer eingeführt!

Die Tonnagesteuer ist keine neue Steuerart, sondern lediglich eine Gewinnermittlungsvorschrift. Danach hat eine Einschiffsgesellschaft, wie die von uns angebotenen Beteiligungen an den Containerschiffen die Wahlmöglichkeit, anstelle der bisherigen Gewinnermittlung zu einer pauschalierten Gewinnermittlung zu optieren.

Die Möglichkeit, innerhalb der ersten drei Jahre nach Beginn von "Einkünfte aus internationaler Seeschiffahrt" zu optieren, läßt auch weiterhin wesentliche Verlustzuweisungen an die Gesellschafter innerhalb dieser drei Jahre bis zum Wechsel zur Tonnagesteuer zu.

Anstelle des tatsächlich erzielten Ergebnis wird die sehr geringe Tonnagesteuer auf der Grundlage der Nettoraumzahl (NRZ), wie sie im Schiffsmeßbrief ausgewiesen ist, errechnet!

Die Ausübung der Option für die Tonnagesteuer muß innerhalb von drei Jahren nach der ersten Erzielung von "Einkünften aus internationaler Seeschiffahrt" erfolgen und führt bei der EinschiffsGesellschaft zu einer 10-jährigen Bindung an diese Gewinnermittlungsart.

Ab dem Wechsel zur Tonnagesteuer können Sonderbetriebsausgaben des Gesellschafters (z.B. Reisekosten zur Gesellschafterversammlung, Steuerberater, Refinanzierungskosten) nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden.

Zum Zeitpunkt des Wechsel zur Tonnagesteuer müssen die stillen Reserven des Schiffes als Übergangsgewinn aufgedeckt werden. Das ist im wesentlichem der Unterschiedsbetrag zwischen dem Teilwert (= Marktwert des Schiffes) und dem Buchwert; sowie allen anderen stillen Reserven. Dieser Unterschiedbetrag ist in die sogenannte Tonnagesteuer-Rücklage einzustellen.

Die Auflösung der Tonnagesteuer-Rücklage erfolgt spätestens beim Verkauf des Schiffes und ist mit dem persönlichen Steuersatz dann zu versteuern. Ein vorzeitiger Verkauf des Schiffes oder von Anteilen der Gesellschafter ist aber jederzeit möglich, dieses führt aber zur vorzeitigen Auflösung der "Tonnagesteuer-Rücklage". Dies gilt auch für eine eventuelle Rückkehr zur Normalbesteuerung nach 10 Jahren!

Der tatsächliche Veräußerungsgewinn wird im Rahmen der Tonnagesteuer nicht versteuert!





Als Faustregel für die Tonnagesteuer gilt:

Es sind 0,1% bis 0,3% der Beteiligungssumme als Einkommen mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern.

Ein Beispiel:
Bei einer Anlagesumme von 100.000 € und einem Tonnagesteuersatz von 0,2% sind jährlich 200 € als Einkommen mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Angenommen Ihr persönlicher Steuersatz wäre 40% inclusive Soli und Kirchensteuer, dann müssten Sie 80 € an Steuern pro Jahr für diese Beteiligung entrichten. Dabei ist es völlig egal, ob die Schiffsbeteiligung nun 7% p.a. oder 20% p.a. oder auch nichts ausschüttet, die Tonnagesteuer bleibt davon unberührt.

Um in diesem Beispiel zu bleiben, wenn die Schiffsbeteiligung nun 10% p.a. ausschüttet und Sie die Tonnagesteuer darauf anwenden, ist die Rendite nach Steuern 9,92% p.a., also noch fast 10% p.a., somit könnte man mit einem zwinkernden Auge sagen: Schiffsbeteiligungen sind fast steuerfrei.

Schiffsbeteiligungen die von Anfang an in der Tonnagesteuer fahren(eigentlich alle die jetzt angeboten werden) haben keinen Unterschiedsbetrag und können somit steuerfrei verkauft werden.